Ursula Giersemehl

Beratung für Trennungseltern, Paare & Familiensysteme

Haltung & Ansatz

Beziehung vor Bewertung – Kinder im Blick

Trennungssituationen stellen Eltern vor enorme emotionale Herausforderungen. Verletzungen, Enttäuschungen, Wut und Angst können das Miteinander bestimmen und den Blick verengen. In solchen Phasen geht es oft weniger um Lösungen als um Schuld, Rechtfertigung und Verteidigung.

Mein Ansatz setzt an einem anderen Punkt an.

Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, wer recht hat,
sondern was Kinder schützt, stärkt und entlastet
und was Eltern hilft, auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig zu bleiben.


Verstehen statt verurteilen

In meiner Arbeit geht es nicht um Schuldzuweisungen.

Entscheidend ist, zu verstehen,
wie sich eine Beziehung entwickeln konnte
und welchen Anteil jeder selbst daran hat.

Beziehungsfähigkeit entsteht nicht zufällig.
Sie wächst aus den Erfahrungen der eigenen Herkunftsfamilie, aus früheren Bindungen, aus dem, was wir gelernt haben – und aus dem, was uns gefehlt hat.

Sich diesem Zusammenhang zuzuwenden erfordert Mut.
Gleichzeitig öffnet es den Raum für Verantwortung statt Anklage.

Verstehen bedeutet nicht, alles gutzuheißen.
Aber es ermöglicht, auf Bewertungen zu verzichten –
und stattdessen neue Wege zu sehen.


Fairness als Schutzfaktor für Kinder

Kinder nehmen alles wahr:
was gesagt wird,
was verschwiegen wird,
was in der Luft liegt.

Sie sehen, hören und spüren, wie Eltern miteinander umgehen –
und daraus entsteht ihre innere Orientierung.

Fairness ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren für Kinder.
Sie zeigt sich nicht in großen Gesten, sondern im Alltag:

  • respektvoller Umgang
  • keine Abwertungen
  • kein Gegeneinander-Aufrüsten
  • keine Nutzung früherer Vertraulichkeiten
  • keine heimlichen Schritte
  • keine Drohungen oder Erpressungen

Fairness schafft einen Rahmen,
in dem Kinder sich sicher fühlen können –
auch wenn sich das Leben verändert.


Sorgfalt statt Überstürzung

Trennungsphasen sind häufig von hohem Stress geprägt.
Unter Stress wird logisches Denken eingeschränkt, Empathie nimmt ab, Angst übernimmt die Führung.

Angst jedoch ist kein guter Ratgeber.

Übereilte Entscheidungen können langfristige Auswirkungen haben –
auf Eltern,
auf Kinder,
auf Beziehungen, die ein Leben lang bestehen bleiben.

Sorgfalt bedeutet:

  • innehalten
  • prüfen
  • sich begleiten lassen
  • Entscheidungen nicht aus Panik, sondern aus Verantwortung treffen

Wer gut für sich sorgt,
kann auch gut für seine Kinder sorgen.


Kinder lieben beide Eltern

Kinder machen keine Charakteranalysen.
Sie wägen nicht ab, wer schuld ist oder wer „mehr Recht“ hat.

Kinder lieben beide Eltern.
Sie wollen keinen verlieren.

Wenn Kinder erleben, dass ein Elternteil abgewertet, ausgegrenzt oder innerlich gelöscht wird, geraten sie in Loyalitätskonflikte.
Sie fühlen sich zerrissen – und oft verantwortlich für Spannungen, die sie nicht verursacht haben.

Mein Ansatz orientiert sich an einer klaren Grundhaltung:

Auch wenn die Paarbeziehung endet,
bleibt die Elternschaft bestehen.


Kinder aus Konflikten heraushalten

Kinder sind keine Verbündeten.
Keine Tröster.
Keine Boten.

Sie dürfen nicht die Last tragen,
die aus ungelösten Konflikten der Erwachsenen entsteht.

Eine zentrale Haltung meiner Arbeit ist deshalb:
Konflikte gehören dorthin, wo sie entstanden sind –
zwischen die Erwachsenen.

Kinder brauchen die Freiheit, Kind zu bleiben.
Sie brauchen Raum für Freude, Entwicklung, Unbeschwertheit –
auch und gerade in Trennungssituationen.


Veränderung ist jederzeit möglich

Auch wenn vieles schwierig war,
bleibt Veränderung möglich.

Verständnis – für sich selbst und für den anderen –
kann zu jedem Zeitpunkt wachsen.

Auch Anerkennung ohne vollständige Übereinstimmung.
Auch Respekt ohne Nähe.
Auch ein friedliches Nebeneinander ohne alte Verletzungen weiterzutragen.

Daraus kann Verzeihen entstehen.
Rechtfertigungen und Schuldzuweisungen verlieren an Bedeutung.

So wird der Blick frei für das,
was Kinder am meisten stärkt:

zugewandte, verlässliche und innerlich präsente Eltern.


Grundlage meiner Begleitung

Diese Haltung prägt meine Arbeit in der Begleitung von Eltern, Familien und Großeltern:

  • allparteilich
  • kindzentriert
  • wertschätzend
  • entschleunigend
  • verantwortungsorientiert

Nicht mit schnellen Lösungen.
Nicht mit Bewertungen.
Sondern mit Klarheit, Struktur und Raum für Entwicklung.

Begleitung & Beratung